Seit dem 23. Oktober arbeiten Frauen in Oberösterreich rechnerisch unbezahlt, das sind 70 Tage bis zum Jahresende. Grundlage für den Equal Pay Day ist der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern. In Oberösterreich beträgt er 19,1 Prozent.
„Selbstbestimmt leben heißt, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, heute im Beruf und später in der Pension. Der Equal Pay Day zeigt, wo wir noch ansetzen müssen. Unser Ziel ist, dass Frauen für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden und unabhängig leben können“, betont Landesobfrau Cornelia Pöttinger.
Weniger Einkommen wirkt sich auf das gesamte Erwerbsleben aus und schlägt sich später in der Pension nieder. Wer für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige beruflich zurücksteckt, hat im Alter oft weniger zur Verfügung. Die ÖVP-Frauen setzen sich deshalb für konkrete Schritte ein.
Die ÖVP-Frauen befürworten eine praxistaugliche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Die Verhandlungen über die nationale Umsetzung laufen, der Ball liegt derzeit beim Sozialministerium. „Transparenz soll ungerechtfertigte geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede sichtbar machen. Dafür braucht es klare Regeln, den Schutz persönlicher Gehaltsdaten und eine schrittweise, praxistaugliche Umsetzung ohne unnötige Bürokratie“, erklärt die designierte Bundesleiterin Klaudia Tanner.
Für die geschäftsführende Bundesleiterin Margreth Falkner geht es um mehr als gerechte Einkommen. „Frauen müssen finanziell auf eigenen Beinen stehen können. Dazu gehören Finanzbildung, verlässliche Kinderbetreuung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
Mit einem automatischen Pensionssplitting mit Opt-out-Möglichkeit soll Familienarbeit auch im Alter besser abgesichert sein. „Unser Ziel ist ein Equal Pay Day, den wir irgendwann nicht mehr brauchen. Weil Frauen für ihre Leistung gerecht bezahlt werden“, so Tanner, Falkner und Pöttinger abschließend.

