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Armut ist weiblich – mehr Informationen um Armutsgefährdung zu verringern

|   Presse

Im Rahmen der parlamentarischen Enquete zum Thema „Älter, Jünger, Ärmer? Zukunftsstrategien gegen Armut in Kindheit und Alter“ am 14. März 2018 im Österreichischen Bundesrat hat sich gezeigt, dass Frauen, vor allem ältere Frauen, die am meisten armutsgefährdete Gruppe in Österreich sind. Landesleiterin der OÖVP Frauen, Mag. Doris Schulz fordert daher mehr und umfassende Aufklärung, um Armutsgefährdung zu verringern: „Unabhängig vom Alter der Frauen müssen wir informieren und sensibilisieren, wie rasch die Armutsfalle aufgeht und der kaum zu entkommen ist, da sie ein Teufelskreis ist.“

 

Armut in Zahlen

19% aller Frauen sind armutsgefährdet und mit zunehmendem Alter wird die Armut weiblicher. 200.000 Älteren und 275.000 Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren sind armutsgefährdet, wobei grundsätzlich die Armut in den letzten zehn Jahren reduziert werden konnte, stellten die Experten unisono fest. 44% aller Menschen wären ohne öffentliche Transferleistungen armutsgefährdet.

 

Prävention und Selbsthilfe

Schulz sieht es für notwendig bereits Mädchen zu sensibilisieren: Bildung für junge Frauen und lebenslanges Lernen, die Wahl besserbezahlter Berufe, adäquate Berufe und entsprechende Entlohnung, Teilzeitarbeit nicht ein Leben lang und eigene Pensionsvorsorge als persönliches Vorsorge sind zu bedenken.

Auf politischer Seite sieht Schulz im Bereich verpflichtendes Pensionssplitting, Reformen im Unterhaltsgesetz sowie Diskriminierung in den Kollektivverträgen und Erhöhung der Pflegeleistungen notwendigen Handlungsbedarf.

Gründe für Armut

Geringe Erwerbstätigkeit, niedrige Einkommen, längere Krankheit und Scheidung sind die größten Gefahren für Frauen, die sich oft erst spät bemerkbar machen. Frauen würden durch ihre unbezahlte Arbeit in der Familie bei Kindererziehung und Pflege einen wesentlichen Beitrag leisten, ohne dafür honoriert zu werden. Altersarmut führt zur gesellschaftlichen Isolation und verursacht Krankheit.  Univ. Prof. Dr. Karin Heitzmann stellte fest: Geringes Einkommen zieht viele Mängel nach sich, wie etwa eine schlechte Wohnumgebung und schlechte Wohnbedingungen. Damit erhöhe sich die Krankheitsgefahr und die Pflegebedürftigkeit. Armut mache auch psychisch krank und führe zu sozialer Isolation, führte Heitzmann aus. Das beste Mittel gegen Altersarmut ist für sie die Möglichkeit, individuelle Pensionsleistungen durch eigenständige Erwerbsarbeit zu erreichen.

 

Armutsfalle Alter und Krankheit

Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenrats, forderte eine stärkere Aufklärung darüber, wie wichtig und notwendig eine Eigenpension ist. 3 Millionen Senioren sind über 60 Jahre und die Hälfte der Frauen bekommt monatlich weniger als 1000 Euro Pension, sowie das Pflegegeld oft die Haushaltsausgaben nicht leisten könne, daher pflegen sie zu Hause.  In diesem Zusammenhang sprach sie sich für die langjährige Forderung der ÖVP Frauen, ein verpflichtendes Pensionssplitting aus, da dieses freiwillig nicht funktioniere. Sie trat zudem dafür ein, endlich das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit zu realisieren, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und pflegende Angehörige zu unterstützen - auch durch finanzielle Besserstellung. Immerhin leisten 580.000 Menschen, davon 80% Frauen unentgeltliche Pflegearbeit.

 

Armutsgefährdete Kinder und Jugendliche

Ministerin für Frauen, Jugend und Familie, Dr. Juliane Bogner-Strauß trat für Maßnahmen ein, um vor allem Kinderarmut, die am zweitmeistern gefährdete Gruppe, zu verhindern. Konkret nannte sie, den Eltern adäquate Arbeit und Bezahlung zu ermöglichen und ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Zudem müsse man schauen, dass die Familienleistungen treffsicher sind. Die Familienministerin verwies darauf, dass Österreich gute, familienbezogene Leistungen, sowohl in Geld- als auch in Sachleistungen, habe. Diese seien in den letzten 14 Jahren um 40 Prozent und damit deutlich über der Inflationsrate gestiegen. Damit habe man die Zahl der Armutsgefährdeten in den letzten Jahren senken könne, auch wenn es Kinderarmut immer noch gebe. Mit dem von der Regierung beschlossenen Familienbonus werde man zusätzlich 1,6 Millionen Kinder unterstützen, auch jene von Alleinerzieherinnen.

Abschließend stellt Schulz fest, dass Aufklärung und Sensibilisierung im privaten, persönlichen Gespräch aber auch von politischer Seite notwendig ist, denn Armut beschämt und wird oft lange verheimlicht. Die OÖVP Frauen sehe das als ihren Auftrag, über Frauenarmut zu reden!

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Porträt
BR Mag. Doris Schulz - Landesleiterin OÖVP Frauen