Linz, 18. Februar 2026 – Am 11. Februar wurde in Österreich der Equal Pay Day begangen, ein Tag der symbolisch verdeutlicht, wie lange Frauen im Vergleich zu Männern statistisch unbezahlt arbeiten. In Oberösterreich fällt dieser Tag heuer auf den 28. Februar und liegt damit hinter dem österreichweiten Durchschnitt.
Cornelia Pöttinger, Landesobfrau der Frauen in der OÖVP, betont: “Frauen in Oberösterreich haben das Recht auf faire Bezahlung. Mit dem Einkommenstransparenzgesetz haben wir jetzt ein Werkzeug. Jetzt setzen wir es konsequent für echte Gleichstellung ein.”
Die offizielle Berechnung des Equal Pay Day basiert auf dem Einkommensunterschied zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern. Diese Zahlen spiegeln jedoch nur einen Teil der Realität wider. Der hohe Anteil weiblicher Teilzeitbeschäftigung sowie familienbedingte Erwerbsunterbrechungen verstärken die tatsächliche Einkommenslücke erheblich. In der Gesamtbetrachtung, insbesondere über das gesamte Erwerbsleben hinweg, zeigt sich, dass die reale Einkommensdifferenz deutlich größer ausfällt als die reine Vollzeitstatistik vermuten lässt.
Zusätzlich bleibt die umfangreiche unbezahlte Care-Arbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, völlig unberücksichtigt. Care Arbeit ist keine private Nebensache, sondern eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Kinder großziehen, Angehörige pflegen, Verantwortung im Familienalltag übernehmen – das ist Leistung. Und Leistung muss sich auch in der Pension widerspiegeln.
Kindererziehungszeiten werden derzeit bis zu vier Jahre pro Kind angerechnet. Das ist ein wichtiger Schritt. Wir fordern jedoch, dass diese vier Jahre automatisch und vollständig für jedes Kind berücksichtigt werden. Wer Verantwortung für Kinder übernimmt, darf im Alter keine finanziellen Nachteile haben.
Auch pflegende Angehörige leisten Enormes. Es gibt bereits Absicherungen in der Pensionsversicherung und Unterstützung durch das Pflegekarenzgeld. Doch das reicht nicht, wenn Care Arbeit weiterhin überwiegend von Frauen getragen wird und damit einseitig Pensionslücken entstehen.
Deshalb braucht es zwei klare Schritte: Erstens eine partnerschaftliche Aufteilung von Verantwortung in den Familien. Gleichstellung beginnt im eigenen zuhause. Zweitens ein automatisches Pensionssplitting zwischen Eltern, damit Pensionsansprüche fair verteilt werden und Sorgearbeit nicht zur Altersarmut führt.
Wer Familie stärkt, stärkt unser Land. Aber wer Familie stärkt, muss auch jene absichern, die täglich Verantwortung übernehmen.
„Es ist unsere klare politische Verantwortung, die strukturellen Benachteiligungen von Frauen nicht nur aufzuzeigen, sondern konsequent zu beseitigen. Wir Frauen in der OÖVP setzen uns mit Nachdruck für faire Löhne, echte Einkommenstransparenz und bessere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit ein. Gleichstellung darf kein Schlagwort bleiben – sie muss im Alltag der Frauen in Oberösterreich spürbar werden“, so Pöttinger abschließend.
