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„Es gilt, der Vielfalt der Frauen und möglicher Lebensentwürfe gerecht zu werden“

|   Presse

Baustellen in der Frauenpolitik sind durch die Coronapandemie noch umfangreicher geworden

„Viel wurde seit dem ersten Weltfrauentag vor 110 Jahren für Frauen hinsichtlich Gleichberechtigung und Gleichstellung erreicht, von echter Chancengerechtigkeit sind wir aber noch ein ordentliches Stück weit entfernt. Wir sind aber auf einem guten Weg“, sagt Cornelia Pöttinger, Landesobfrau der Frauen in der OÖVP.

Weiters: „Wichtig ist dabei, nicht ein Lebensmodell für Frauen vorzugeben, in das sie sich einzufügen haben. Es gilt, der Vielfalt der Frauen und möglicher Lebensentwürfe gerecht zu werden. Wahlfreiheit ist das A und O. Und ebenso wichtig ist Solidarität: Solidarität unter Frauen und Solidarität der Männer mit ihren Frauen. Denn Frauenpolitik zu betreiben, bedeutet nicht, den Männern etwas wegnehmen zu wollen, sondern ist Ausdruck der Partnerschaftlichkeit zwischen den Geschlechtern im Jahr 2021. Gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen braucht es diese Solidarität und einen solchen starken Zusammenhalt umso mehr“, betont Pöttinger.

Vielzahl frauenpolitischer Baustellen

Dass das Frauenbudget nach über zehn Jahren für 2020 auf zwölf Millionen Euro und für 2021 auf 15 Millionen Euro aufgestockt wurde, ist sehr zu begrüßen und war ein längst fälliger Schritt. Denn die Baustellen in der Frauenpolitik sind durch die Coronapandemie noch umfangreicher geworden. Gerade der Anstieg häuslicher Gewalt – ausgelöst durch räumliche Beengtheit, vermehrte familiäre Spannungen, mangelnde soziale Kontakte, Existenzängste und Überforderung – führt tragisch vor Augen, wie dringend nötig insbesondere die zusätzlichen Mittel für Gewaltschutz und -prävention sind.

„Egal ob bei körperlicher oder psychischer Gewalt, Frauen müssen die Sicherheit haben, dass ihnen rasch und unbürokratisch geholfen wird. Das geht nur mit einem entsprechenden Netz an niederschwelligen Hilfs- und Unterstützungsangeboten“, sagt Pöttinger.

Auch das Schließen der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern bleibt ein großes Thema – wie auch der bevorstehende Equal Pay Day 2021 in Oberösterreich am 12. März wieder verdeutlicht: Hier braucht es neben gleichem Lohn für gleiche Arbeit laut Pöttinger vor allem mehr Transparenz beim Einkommen, eine Aufwertung und faire Entlohnung für Pflege- und Sozialberufe, Handel und Pädagogik, eine Attraktivierung technischer Berufe für Frauen und ganz besonders Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – beispielsweise durch Homeoffice-Lösungen, familienfreundlichere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, bessere Rahmenbedingungen in Arbeitsrecht und Betrieben und eine Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots.

Außerdem muss das im Regierungsprogramm verankerte und von Bundesministerin Susanne Raab forcierte automatische Pensionssplitting rasch umgesetzt werden, ebenso Maßnahmen gegen Altersarmut. Denn aus der Einkommensschere von 20 Prozent im Erwerbsleben wird im Alter eine Pensionsschere von über 40 Prozent zwischen Frauen und Männern.

Weitere frauenpolitische Baustellen sind nach wie vor Bildung – gerade in Hinblick auf die Schließung der Einkommensschere und für mehr finanzielle Unabhängigkeit von Frauen – sowie die Stärkung von Frauen in der Politik.

„Zum einen gilt es, Frauen für politische Funktionen zu begeistern. Denn politisch tätig zu sein, bedeutet die eigene Lebenswelt aktiv mitgestalten zu können. Zum anderen müssen wir Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Politik schaffen, beispielsweise durch Karenzmodelle für hauptamtlich-tätige Funktionärinnen“, sagt Pöttinger.

COVID-19 – Herausforderungen, die wir nur gemeinsam meistern können

„COVID-19 hinterlässt in allen Lebensbereichen seine Spuren. Wir stehen vor Herausforderungen, die wir nur gemeinsam meistern können. Gerade Frauen haben 2020 und im noch jungen Jahr 2021 Außergewöhnliches geleistet. Noch mehr als bisher waren viele Frauen enormen Mehrfachbelastungen – durch Beruf, Kinderbetreuung, Home Schooling, Haushalt und Pflege von Angehörigen – ausgesetzt. Problemfelder wie schlecht bezahlte ‚Frauenberufe‘, schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie häusliche Gewalt wurden akuter denn je. Daher braucht es gerade jetzt eine konstruktive Frauenpolitik und eine starke Stimme für die Anliegen der Frauen“, betont Pöttinger.

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Die „Frauen in der OÖVP“-Bezirksobfrauen anlässlich des Weltfrauentages 2021 (v. l. n. r.): Manuela Doppler, Anja Kobinger, Cornelia Manhartsgruber, Birgit Ebetshuber, Claudia Plachy, Petra Baumgartner, Andrea Leutgöb-Ozlberger, Julia Granegger, Martina Kranzl, Cornelia Pöttinger, Melanie Wöss, Barbara Tausch, Simone Rudlstorfer, Margit Grad